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Anja Meier

Darstellung der Künstlerin (Artists Statement)
 

Im Jahre 1998 kam ich durch einen glücklichen Zufall an einige Reste von Fliesenbruch. Dieser kleine Haufen Scherben brachte mich an ein Material, welches wieder zu einem neuen Ganzen zusammen zu setzen in mir solche Begeisterung hervorrief, dass ich von nun an nicht müde wurde, in Containern und Bauschutt nach mehr Fliesenresten zu stöbern, um daraus wieder neue bunte Gegenstände oder auch Bilder zu gestalten.

 

Es war wie ein Virus, von dem ich infiziert war, und ich wollte mehr darüber lernen.

Deshalb besuchte ich im Jahr 2000 einen Workshop bei dem englischen Mosaikkünstler Martin Cheek in Griechenland. Es war ein internationales Treffen von Künstlern aus der ganzen Welt und ich hatte eine enorm gute Zeit! Dort kam ich das erste Mal in Kontakt mit Glasmosaik, Ceraton und Smalten. Den Hammer, den ich bis dahin für die Fliesen benutzt hatte, tauschte ich nun ein gegen eine Mosaikzange. Aus diesem Workshop brachte ich den ersten Schmetterling auf Netz mit nach Hause, und nachdem mich im Garten ein „nackter“ Stein anschaute und ich den Schmetterling darauf klebte, war die Idee mit den Tieren auf Gartensteinen geboren.

2001 dann ging ich für eine Woche in die Mosaikschule von Luciana Notturni in Ravenna. Die antike Technik des Mosaiklegens wurde uns anhand von Details aus alten byzantinischen Mosaiken beigebracht sowie das Arbeiten mit Smalten und Marmor mit Hammer und Keil.

In den folgenden Jahren machte ich viele Übungsstücke in alter Technik und in Kombination zum „Splittermosaik“, auf der Suche nach meinem eigenen Stil.

Es gab Themen wie die „Mauer der Weiblichkeit“, wo ich fünf Frauenfiguren gestaltete und in Glasmosaik umsetzte, „Paradisische Begleiter“, wo ich meine erste Skulptur „Corpus fragilis“ schuf und die Verbindung von Glasmosaik und Holz austestete.

 Mosaik in Verbindung mit Natur erscheint mir als eine gute Kombination, die Wirkung ist enorm und die Gestaltung reduziert sich auf´s Wesentliche.

Doch es bleibt nicht nur bei der rein materiellen Verbindung, inhaltlich und sinnbildlich ist es mir wichtig, die absolut lebenswichtige Abhängigkeit von Mensch und Natur darzustellen in meiner Serie „Matronas“ von 2008.

 Mosaik als Medium ist für mich eine Möglichkeit geworden, aus der Seele zu sprechen und Menschen zu erreichen, denen es auch wichtig ist, unsere Welt zu erhalten und zu schützen, um sie lebenswert und auch ein bisschen bunter zu machen.

Meine Begeisterung für dieses Ausdrucksmaterial und den Umgang damit gebe ich gerne in meinen Kursen weiter.

 Der Kontakt zu anderen Mosaikkünstlern und der Austausch untereinander ist über die Jahre sehr wichtig gewesen, aus diesem Grund haben wir uns im März 2008 als DOMO – Deutsche Organisation für Mosaikkunst e.V. gegründet. Ziele des Vereins sind die Erhaltung und Verbreitung der Mosaikkunst sowie gemeinsame Ausstellungen etc.

 

Kurze Vita

  Jahrgang 1966, ist geboren in Bad Pyrmont.

1986 Abitur in Blomberg/Lippe

1989 Prüfung zur Groß- und Außenhandelskauffrau Fachrichtung Export
lebte seitdem 5 Jahre in Detmold, wo sie einige Semester Bauingenieurwesen  studierte, Praktika in verschiedenen Tischlereien
1992 Auslandsaufenthalt in Portugal

1995 Umzug nach Bad Wildungen

1997 Beginn mit Mosaik-Arbeiten

2000 fundierte Kenntnisse der römischen Technik durch Workshopteilnahme bei Martin Cheek / bekannter Mosaizist in England
Töpferarbeiten bei David Price, Professor für Töpferei in Wales

2001 Erlernen der byzanthinischen Technik in erfahrener Mosaikschule in Ravenna.

seit 2002 Kursleitung in Mosaikarbeiten

 

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